Freitag, 25. Oktober 2013

Zwiwwelkuche und Spundekäs-Weinlese im Rheingau




"Wo`s Sträußchen hängt, werd ausgeschenkt..."

Jedes Jahr fahre ich mindestens einmal in das schöne Rheingau, um zu testen, ob der Riesling noch genau so gut ist wie im letzten Jahr-wobei man sagt, dass der 2011er einfach ein guter Jahrgang gewesen sein soll, aber die Leute reden viel. Darum nichts wie rein ins Auto und nach einer zweistündigen Fahrt haben wir das Ziel erreicht. Schon nach kurzer Zeit probiere ich mein erstes Glas von dem köstlichen Rieslingsekt und bin mir noch lange nicht sicher, welcher Jahrgang und Winzer nun der beste ist...(Einen heimlichen Favoriten habe ich schon, aber dazu später)

Der Weinanbau hat in dieser Region eine lange Tradition und es war wahrscheinlich Karl der Große, der die Straußenwirtschaft mitbegründet hat. Er förderte den Ausschank von Wein, und als Zeichen dafür galt ein Kranz von Weinreben an der Tür.
Allerdings wurde der "mißbräuchlichen Völlerey" im späten Mittelalter versucht Einhalt zu gebieten, indem unter anderem warme Speisen verboten wurden. Darum gibt es heute leckere Kleinigkeiten zum Wein, von denen ich euch ein paar hier vorstellen werde.
Aber nicht nur für den  Wein und das Essen lohnt sich ein Ausflug ins Rheingau, es gibt auch viel zu sehen...






Eltville ist ein romatisches Städtchen mit einer kleinen, wunderschönen Altstadt direkt am Rhein. Ganz rechts seht ihr den Weinprobierstand. Jede Woche stellt ein anderer Winzer sein Weinrepertoire vor. Solche Stände gibt es viele im Rheingau, wie z. B. in Kiedrich und Oestrich-Winkel.


 


 
 Den Abend ausklingen lassen...


Viele Winzer bieten in ihren Vinotheken die Möglichkeit, den hauseigenen Wein zu probieren.  Beim Weingut Kögler kann man Wein und leckeres Essen in einem kleinen verwunschenen Außenbereich genießen.
  

Ich empfehle einen kleinen Schuss Weinbergpfirsichlikör in den Rieslingsekt...

 




Ein Besuch des Zisterzienserklosters Eberbach ist ein Muss, denn es ist das einzige seiner Art in Deutschland. Zu besichtigen sind der Kreuzgarten, Kreuzgang, Klausurgebäude und das Refektorium der Laienbrüder, sowie Arbeitsräume und Weinkeller, der als "Cabinet" zur Einlagerung besonders wertvoller Weine genutzt wurde. Somit ist Eberbach ein Ursprungsort der Weinsorte "Kabinett"...so sagt der Reiseführer und die Infobroschüre. Also alle Angaben ohne Gewähr!



 

Im Klostergarten...


Kurz hinter der Klosteranlage befindet sich "Das schwarze Häuschen". Bei schönem Wetter ein Traum, denn nach einem intensiven Studium der Geschichte des Klosters und einem kräftezehrenden Rundgang kann sich der müde Wanderer in einem Sonnenstuhl liegend im Weinberg entspannen und dazu ein edles Klostergetränk genießen...
 
 
Nicht, dass ihr euch wundert, aber das ist nicht Sonja, sondern meine Freundin Steffi...Sonja mag leider kein Wein-ja, ihr lest richtig, und traditionell mache ich diesen Kurzurlaub mit ihr...

Leider sind die Weine des Klosters bei Einheimischen nicht gut gelitten, aber uns haben sie geschmeckt... 
Dazu gab es die typischen rheingauer Spezialitäten:
Fleischsalat und eingelegter Winzerkäse.



 







 

Allerdings haben wir nicht nur genossen, sondern auch gearbeitet...
Beim Weingut Finkenauer kann man das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden und selber entdecken, wie die Trauben geerntet und verarbeitet werden. Eine tolle Erfahrung und trotzdem war ich froh, nach einer Stunde die Schere wieder abgeben und statt dessen einen Spaziergang durch den Weinberg machen zu können.



 

 

Die Trauben schmecken auch so sehr lecker. Sie sind richtig süß und ich musste aufpassen, dass ich nicht nur nasche...


 

Hier wurde allerdings kein Wein gelagert, sondern Kartoffeln...wobei ich an etwas anderes gedachte hatte, aber für ein Klohäuschen dann wohl doch etwas zu groß...

 

Nach getaner Arbeit gab es erstmal eine kleine Stärkung: Zwiwwelkuche und Spundekäs


Ganz einfache Kleinigkeiten, aber sehr lecker. Ich habe die Rezepte nicht variiert, sondern versucht sie möglichst orginalgetreu nachzukochen. 
Ich finde, dass sie sich auch sehr gut für einen Brunch eignen.

Ach so, fast vergessen, mein Lieblingweingut ist H. J. Ernst, wobei der Familienbetrieb Finkenauer auch sehr guten Wein produziert. 
Für genauere Informationen empfehle ich den Reiseführer "Wo´s Sträußchen hängt, werd ausgeschenkt". Ich habe mein Exemplar direkt im Klosterladen gekauft. Ansonsten verleihe ich meins natürlich auch gerne...

So, vielleicht zu dem Thema im nächsten Jahr mehr...ansonsten warte ich auf eure Berichte...


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